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VPN überprüfen: Leak-Test für IP, DNS und WebRTC

Ob Ihr VPN wirklich dicht ist, sehen Sie nicht am Symbol in der App, sondern mit einem kurzen Leak-Test. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie IP-Adresse, DNS-Anfragen und WebRTC prüfen und was Sie tun, wenn etwas durchsickert.

VPN überprüfen: Laptop mit geöffnetem Leak-Test, der IP- und DNS-Adressen anzeigt

Von der Redaktion BesterVPN ·

Warum Sie Ihr VPN überprüfen sollten

Ein grünes Symbol in der App heisst noch nicht, dass wirklich alles durch den Tunnel läuft. Wer sein VPN überprüfen will, braucht dafür nur wenige Minuten und einen Browser. Ein Leak-Test zeigt, ob Ihre echte IP-Adresse, Ihre DNS-Anfragen oder Ihr Browser über WebRTC Informationen preisgeben, die eigentlich verborgen bleiben sollten.

Solche Lecks entstehen selten aus böser Absicht. Häufig sind es Einstellungen im Betriebssystem, ein Router, der eigene DNS-Server vorgibt, oder ein Browser, der für Videoanrufe direkt Verbindungen aufbaut. Gerade im SBB WLAN, im Hotel oder im Café, wo Sie das VPN am dringendsten brauchen, lohnt sich die Kontrolle besonders.

Ein VPN-Leak-Test ist kein Mobiltest und keine Geschwindigkeitsmessung. Er beantwortet nur eine Frage: Sieht die Gegenseite den VPN-Server oder Sie?

Vorbereitung: Ihre echte IP-Adresse notieren

Damit Sie Ergebnisse vergleichen können, brauchen Sie zuerst den Ausgangswert ohne VPN. So gehen Sie vor:

Website von NordVPN, als Beispiel für einen Anbieter mit eigener App
Screenshot: nordvpn.com, Oktober 2026
  1. Trennen Sie das VPN in der App komplett.
  2. Öffnen Sie ipleak.net im Browser.
  3. Notieren Sie die angezeigte IPv4-Adresse, falls vorhanden die IPv6-Adresse, und den Anbieter, der dort steht. Zu Hause ist das meist Swisscom, Sunrise, Salt oder ein anderer Schweizer Internetanbieter.
  4. Schauen Sie auch in den Abschnitt zu den DNS-Adressen und notieren Sie, welche Server dort erscheinen.

Diese Werte sind Ihr Vergleich. Taucht einer davon später mit eingeschaltetem VPN wieder auf, haben Sie ein Leck gefunden.

IP-Leak-Test: Zeigt die Seite den VPN-Server?

Der einfachste Teil des Tests prüft, welche öffentliche IP-Adresse Webseiten von Ihnen sehen.

  1. Verbinden Sie das VPN, am besten zuerst mit einem Server in einem anderen Land, damit der Unterschied deutlich wird.
  2. Laden Sie ipleak.net neu, ohne den Browser zu schliessen.
  3. Vergleichen Sie die IP-Adresse und das Land mit Ihren Notizen.

Steht dort jetzt eine fremde Adresse und das Land des gewählten Servers, ist dieser Teil in Ordnung. Sehen Sie dagegen weiterhin Ihre Adresse von Swisscom oder Sunrise, läuft der Verkehr am Tunnel vorbei. Prüfen Sie dann, ob die App wirklich verbunden ist, und starten Sie sie neu.

Achten Sie auch auf die IPv6-Zeile. Manche Verbindungen schützen nur IPv4. Erscheint Ihre eigene IPv6-Adresse, obwohl die IPv4-Adresse korrekt maskiert ist, liegt ein IPv6-Leck vor.

DNS-Leak-Test: Wer beantwortet Ihre Anfragen?

Jedes Mal, wenn Sie eine Adresse wie eine Nachrichtenseite eintippen, fragt Ihr Gerät einen DNS-Server, welche IP-Adresse dahintersteckt. Laufen diese Anfragen nicht durch das VPN, kann Ihr Internetanbieter weiterhin sehen, welche Seiten Sie aufrufen, auch wenn der Inhalt selbst verschlüsselt ist.

Auf ipleak.net startet die DNS-Prüfung automatisch beim Laden der Seite. Im Bereich zur DNS-Erkennung sehen Sie nach kurzer Zeit eine Liste von Servern. So lesen Sie sie:

Ein DNS-Leck kommt oft vom Router. Viele Router von Swisscom, Sunrise oder Salt verteilen eigene DNS-Server an alle Geräte im Netz. Eine gute VPN-App überschreibt das. Tut sie es nicht, hilft meist eine Option wie «DNS-Leak-Schutz» oder «eigenen DNS verwenden» in den Einstellungen der App.

WebRTC-Leak: Die Lücke im Browser

WebRTC ist eine Technik, mit der Browser Video- und Sprachanrufe direkt aufbauen. Dabei kann der Browser Ihre IP-Adressen an Webseiten melden, und zwar teils an der VPN-Verbindung vorbei. Dieses Leck betrifft nicht das ganze Gerät, sondern nur den Browser.

Für diesen Teil eignet sich die WebRTC-Seite von BrowserLeaks:

  1. Lassen Sie das VPN verbunden und öffnen Sie die Seite.
  2. Suchen Sie den Abschnitt, in dem die über WebRTC erkannten IP-Adressen stehen.
  3. Vergleichen Sie die öffentlichen Adressen mit Ihren Notizen.

Erscheint nur die Adresse des VPN-Servers, ist alles in Ordnung. Eine lokale Adresse aus Ihrem Heimnetz, etwa eine, die mit 192.168 beginnt, verrät für sich allein wenig über Sie. Kritisch ist es, wenn Ihre öffentliche Adresse vom Schweizer Anbieter auftaucht.

Abhilfe schaffen die Browser-Erweiterung Ihres VPN-Anbieters, falls es eine gibt, oder Einstellungen im Browser selbst. BrowserLeaks erklärt auf derselben Seite, wie sich WebRTC in Firefox und Chrome einschränken lässt. Testen Sie danach erneut.

IPv6 und Kill Switch nicht vergessen

Ein sauberer Test im Ruhezustand ist gut, doch Lecks entstehen oft in dem Moment, in dem die Verbindung kurz abbricht. Dafür gibt es den Kill Switch, der den Internetzugang sperrt, bis das VPN wieder steht. Prüfen Sie in der App, ob er eingeschaltet ist. Die Bezeichnung lautet je nach Dienst «Kill Switch», «Netzwerksperre» oder ähnlich.

So prüfen Sie ihn ganz einfach:

  1. Schalten Sie den Kill Switch in der App ein.
  2. Öffnen Sie eine Seite, die Ihre IP-Adresse zeigt, und lassen Sie sie offen.
  3. Wechseln Sie kurz das WLAN, zum Beispiel vom Heimnetz auf den Hotspot des Smartphones.
  4. Laden Sie die Seite in dieser Zeit neu. Sie sollte entweder nicht laden oder bereits wieder die VPN-Adresse zeigen.

Lädt die Seite mit Ihrer echten Adresse, greift der Kill Switch nicht zuverlässig. Bei IPv6 gilt Ähnliches: Bietet die App keinen IPv6-Schutz, können Sie IPv6 im Notfall in den Netzwerkeinstellungen des Geräts deaktivieren.

Was tun, wenn der VPN-Leak-Test etwas findet?

Ein Fund ist kein Grund zur Panik, sondern ein Hinweis, wo Sie nachbessern. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. App aktualisieren: Viele Lecks verschwinden mit der neuesten Version.
  2. Protokoll wechseln: Wählen Sie in den Einstellungen ein anderes Protokoll, etwa WireGuard oder OpenVPN, und testen Sie erneut.
  3. Schutzoptionen einschalten: Kill Switch, DNS-Leak-Schutz und IPv6-Schutz, sofern vorhanden.
  4. Andere VPN-Programme entfernen: Zwei VPN-Apps auf demselben Gerät kommen sich oft in die Quere.
  5. Support kontaktieren: Schicken Sie dem Anbieter einen Screenshot des Tests. Seriöse Dienste helfen hier schnell.

Bleibt das Leck trotz allem bestehen, ist das ein ernstes Zeichen. Dann lohnt sich ein Blick auf Dienste, die Leak-Schutz standardmässig mitliefern. Viele Anbieter gewähren eine Geld-zurück-Garantie, sodass Sie einen Wechsel ohne grosses Risiko ausprobieren können.

Wie oft Sie den Test wiederholen sollten

Ein einmaliger Test reicht nicht für immer. Wiederholen Sie die Prüfung in diesen Situationen:

Prüfen Sie dabei jedes Gerät einzeln. Ein sauberes Ergebnis am Laptop sagt nichts über das Smartphone aus. Mit etwas Übung dauert der ganze Ablauf aus IP-, DNS- und WebRTC-Test kaum fünf Minuten, und Sie wissen danach genau, ob Ihr VPN hält, was es verspricht.

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Häufige Fragen

Wie kann ich mein VPN überprüfen?

Notieren Sie Ihre IP-Adresse ohne VPN, schalten Sie das VPN ein und rufen Sie einen Leak-Test wie ipleak.net auf. Erscheinen dort nur Adressen des VPN-Servers, funktioniert die Verbindung.

Was ist ein DNS-Leak?

Ein DNS-Leak liegt vor, wenn Ihre Anfragen nach Webadressen nicht durch das VPN laufen, sondern weiterhin beim DNS-Server Ihres Internetanbieters landen. Dieser kann dann sehen, welche Seiten Sie aufrufen.

Ist ein VPN-Leak-Test online kostenlos?

Ja. Seiten wie ipleak.net und browserleaks.com zeigen Ihre IP-, DNS- und WebRTC-Daten ohne Anmeldung und ohne Kosten an.

Muss ich jedes Gerät einzeln testen?

Ja. Smartphone, Laptop und Tablet haben eigene Einstellungen und Browser. Ein sauberes Ergebnis auf einem Gerät gilt nicht automatisch für die anderen.

Was bedeutet eine lokale IP-Adresse im WebRTC-Test?

Adressen, die etwa mit 192.168 beginnen, stammen aus Ihrem Heimnetz und verraten für sich allein wenig. Kritisch ist nur, wenn Ihre öffentliche Adresse vom eigenen Internetanbieter erscheint.

Hilft ein Kill Switch gegen Lecks?

Er verhindert, dass Daten ungeschützt fliessen, wenn die VPN-Verbindung kurz abbricht. Gegen DNS- oder WebRTC-Lecks bei stehender Verbindung braucht es zusätzlich die passenden Schutzoptionen.